Zurück zum Blog
Backups, die euer Startup wirklich braucht (und sich leisten kann)

Backups, die euer Startup wirklich braucht (und sich leisten kann)

Dennis Reinkober2 Min. Lesezeit
TL;DR

Für ein typisches SaaS kaufen 50–200 €/Monat echtes Disaster Recovery: automatische Datenbank-Dumps plus versionierter Object Storage, eine verschlüsselte Kopie bei einem anderen Anbieter oder in einer anderen Region und gestaffelte Retention — täglich×14, wöchentlich×8, monatlich×12. Legt RPO und RTO bewusst fest (4h/24h ist eine gute Antwort) und restored einmal pro Quartal in eine Scratch-Umgebung. Ein ungetestetes Backup ist eine Hoffnung, kein Backup.

Backups sind der Teil des Stacks, den niemand sieht — bis zu dem Tag, an dem alle hinsehen. Wir haben genug Startup-Setups geprüft, um den Default-Zustand zu kennen: ein nächtlicher Dump auf demselben Server, nie ein einziges Mal restored.

Das 3-2-1-artige Setup, das ein Startup sich leisten kann

Vier Bausteine, alle in ein bis zwei Tagen automatisierbar:

  • Automatische Datenbank-Dumps nach Zeitplan, plus Versionierung auf eurem Object Storage für Dateien
  • Eine Kopie bei einem anderen Anbieter (mindestens in einer anderen Region), mit eigenen Zugangsdaten
  • Verschlüsselung vor dem Upload — Backups sind eine vollständige Kopie eurer sensibelsten Daten
  • Gestaffelte Retention: täglich×14, wöchentlich×8, monatlich×12 — deckt „drei Wochen später gemerkt" ab, ohne alles ewig zu speichern

Gegen welche Ausfallszenarien seid ihr wirklich abgesichert?

Jedes Szenario braucht eine andere Eigenschaft eures Setups — deshalb ist „wir haben Backups" keine Ja/Nein-Frage:

AusfallszenarioWas dagegen hilftTypische Mehrkosten
Versehentliches LöschenTägliche Dumps + Storage-VersionierungFast kostenlos
Ransomware / Account-ÜbernahmeZweiter Anbieter, getrennte Zugangsdaten10–50 €/Monat
Anbieter-AusfallKopie außerhalb des Anbieters + geübter RestoreDurch das Obige abgedeckt
Verlust einer ganzen RegionReplikation über Regionen20–100 €/Monat

Die Zeile, die Teams übersehen: Account-Übernahme. Wenn ein Angreifer, der euren Cloud-Account kontrolliert, auch eure Backups löschen kann, habt ihr keine Backups — ihr habt zwei Kopien desselben Risikos. Anderer Anbieter, andere Zugangsdaten, idealerweise mit Löschschutz.

RPO und RTO: die zwei Zahlen bewusst festlegen

RPO: Wie viele Daten könnt ihr verlieren. RTO: Wie lange könnt ihr offline sein. Für die meisten Startups sind ehrliche 4 Stunden RPO und 24 Stunden RTO völlig in Ordnung — und günstig. So zu tun, als bräuchtet ihr null/null, ist teures Theater: Nahezu-Null-Ziele bedeuten Streaming-Replikation, Hot Standbys und eine Bereitschaftsrotation — locker das Zehnfache der Kosten. Legt die zwei Zahlen mit den Gründern fest, schreibt sie auf und baut genau dafür — nicht für das, was eine Enterprise-Checkliste suggeriert.

Einmal pro Quartal restoren – sonst zählt es nicht

Einmal im Quartal: das aktuellste Backup in eine Scratch-Umgebung restoren, die App dagegen booten, die Zeit stoppen. Diese Übung findet abgelaufene Zugangsdaten, Dumps, die still eine Tabelle vergessen, und Restores, die neun Stunden brauchen, wo vier versprochen waren. Sie kostet einen Nachmittag — und jeder Fehler, den sie findet, wäre sonst am schlimmsten Tag eurer Firmengeschichte gefunden worden.

Bei 50–200 €/Monat kostet das ganze Setup weniger als eine Stunde Datenverlust-Panik. Es ist dieselbe Logik wie beim Kill Switch, den jedes MVP braucht: billige Versicherung, die ihr entwerft, bevor ihr sie braucht.

Ihr wollt eure Backup-Story auf die Probe stellen — Szenarien, RPO/RTO, Restore-Übung? Das ist Teil jedes Cloud & DevOps Audits, das wir durchführen.

Ähnliche Beiträge

Sprechen wir darüber

Automatisierung, KI, Infrastruktur oder eine Softwareidee? Hinterlassen Sie Ihre Telefonnummer. Wir rufen Sie an und sprechen über Ihren Bedarf.

Lieber direkt Kontakt aufnehmen? Schreiben Sie uns oder rufen Sie an.

Wir verwenden Ihre Telefonnummer zur Bearbeitung Ihrer Rückrufanfrage.

Oder direkt anrufen: +49 (0)172 7593488