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Was kostet eine API-Integration? (Und warum Schätzungen 10x schwanken)

Was kostet eine API-Integration? (Und warum Schätzungen 10x schwanken)

Dennis Reinkober2 Min. Lesezeit
TL;DR

Ein einfacher One-Way-Sync mit sauberer, moderner API kostet 2.000–6.000 €. Bidirektionaler Abgleich mit Feld-Mapping und Konfliktregeln: 8.000–20.000 €. Ein Altsystem ohne echte API — Datei-Exporte, Screen-Scraping, SOAP-Archäologie — 20.000–50.000 €+. Die Spanne ist kein Polster: Dahinter stecken Fehlerbehandlung, Auth-Lifecycles und zwei Abteilungen, die „Kunde" unterschiedlich definieren.

„Verbindet doch einfach A mit B" ist die harmloseste Anfrage der Softwarewelt. Hier ist der Grund, warum die Angebote dafür zu Recht um das Zehnfache auseinanderliegen können.

Die drei Preisstufen einer Integration

StufeWie sie aussiehtTypische Kosten
One-Way-Sync, moderne APIREST/Webhooks, eine Richtung, wenige Felder2.000–6.000 €
Bidirektionaler SyncBeide Systeme schreiben; Mapping, Dedupe, Konfliktregeln8.000–20.000 €
Altsystem ohne echte APIDatei-Exporte, Screen-Scraping, SOAP-Archäologie20.000–50.000 €+

Warum schwanken Schätzungen um das 10-Fache?

Weil der Happy Path vielleicht 20 % der Arbeit ist. Zwei Systeme, die Daten austauschen, wenn alles funktioniert — das ist eine Woche. Der Rest des Budgets fließt in das, was passiert, wenn nicht:

  • Fehler und Retries. Die Gegenseite wird ausfallen, langsam sein oder Undokumentiertes zurückgeben. Ihr braucht Retries mit Backoff, Idempotenz und Dead-Letter-Queues.
  • Teilausfälle. 950 von 1.000 Datensätzen synchronisiert — was passiert mit den anderen 50? Stiller Datenverlust ist die Art, wie Integrationen Vertrauen zerstören.
  • Rate-Limits. Bei 100 Datensätzen kein Thema, bei 100.000 die Vollbremsung.
  • Auth-Lifecycles. Tokens laufen ab, Credentials rotieren, und jemand entzieht freitagnachmittags den Zugriff.
  • Der Daten-Mapping-Workshop. Der chronisch unterschätzte Teil: Vertrieb und Buchhaltung stellen fest, dass „Kunde" zwei verschiedene Dinge bedeutet — und jemand muss entscheiden, welches System pro Feld gewinnt. Das ist eine Organisationsentscheidung im technischen Kostüm.

Fragen, die euer Angebot präzise machen

Beantwortet das, bevor ihr nach einem Preis fragt. In welche Richtung fließen die Daten — eine oder beide? Was passiert bei Konflikten — welches System gewinnt? Wie aktuell müssen die Daten sein — Echtzeit oder nächtlich? Welches Volumen — Hunderte oder Millionen Datensätze? Hat das Zielsystem eine dokumentierte, unterstützte API, und bekommen wir heute Test-Zugänge? Scharfe Antworten hierauf verdichten eine 10x-Spanne zu einer echten Zahl.

APIs ändern sich — plant das ein

Eine Integration ist mit dem Go-live nicht fertig. Die Gegenseite kündigt Versionen ab, benennt Felder um, verschärft Rate-Limits. Plant ein kleines Jahresbudget dafür ein, die Verbindung am Leben zu halten — deutlich billiger als der Not-Umbau nach einer überraschenden Abkündigung.

Integrationen bauen ist Kern unserer Prozessautomatisierung — und wenn ihr vor dem Code noch Tools abwägt: Make vs. n8n vs. eigener Code.

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